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Aug 31, 2013

Zu Besuch bei Racing Club Buenos Aires


Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit war ich die letzten Wochen in Argentinien. Vor meiner Rückreise nach Deutschland hatte ich die Gelegenheit, für zwei Tage in Buenos Aires zu verweilen. Über facebook habe ich ein Treffen mit Racing Club Buenos Aires (Sede Capital) organisiert, um mir dort das Training anzuschauen. Ich möchte euch nun über meine Eindrücke berichten, welche ich im Futsal-begeisterten Land Argentinien gesammelt habe.

Kategorie: General
Erstellt von: Armin

Racing Club Buenos Aires ist einer der größten Sportvereine in Argentinien! Die Fußballmannschaft des Vereins spielt momentan in der Primera División und auch im Futsal spielt Racing Club in der ersten Liga. Allerdings werden in Argentinien zunächst in regionalen Meisterschaften die Regionalmeister ermittelt, welche dann untereinander im Turniermodus den Meister ausspielen. Aufgrund der Größe des Landes ist dies organisatorisch nicht anders machbar. Der Modus ist vergleichbar zur NBA in den USA. Mehr Informationen zu Racing findet ihr hier.

Bei meiner Ankunft war ich zunächst beeindruckt vom Trainingsgelände. Racing Club verfügt über eine im Zentrum gelegene, verhältnismäßig große Sportanlage, welche mehrere Sporthallen sowie zwei Außenplätze umfasst. Der Zustand der Trainingsanlagen würde so manchen hier in Deutschland zu einem Beschwerdeschreiben an die Stadt verleiten, aber die argentinischen Spieler kümmert dies wenig. Sie sind froh, in einer verbauten Stadt wie Buenos Aires überhaupt die Möglichkeit zu haben, dem Futsal nachzugehen.

Direkt beim Betreten des Geländes habe ich zuerst das Training der Frauenmannschaft gesehen. Ein Novum für mich und sehr beeindruckend zu sehen, wie hart es dort zur Sache ging! Ob wir so etwas jemals in Deutschland sehen werden? Die Herrenmannschaft trainierte draußen, da das Wetter gut war. Das Spielfeld war umringt von Hochhäusern, einige Leute haben aus ihren Fenstern das Treiben beobachtet. Das Training fand von 22h - 24h statt, sodass die Flutlichter eingeschaltet waren. Das Trainingsgelände war erfüllt von Verkehrsgeräuschen, man hörte ständig Autos hupen. Ab und an drangen die Stimmen einiger Spieler durch, welche sich über eine vergebene Torchance ärgerten. Die Atmosphäre war einzigartig! Gespielt wurde auf Betonkacheln, die Fugen zwischen den Kacheln waren teilweise mehrere Zentimeter groß! Die Tornetze hatten einige Löcher. Auf dem Feld spielten zwei Trainingsmannschaften gegeneinander. Das Spiel war sehr angenehm anzuschauen, alle Bewegungen waren geschmeidig und flüssig. Man merkte sofort, dass man es hier mit Profis zu tun hat. Dabei handelte es sich "nur" um die Amateur-Futsalmannschaft des Vereins!

Empfangen wurde ich von Hernan Garrido Pagnotta – ein Torhüter der Mannschaft. Es stellte sich heraus, dass Hernan sogar im Rahmen eines Schüleraustausches schon einmal in Deutschland (Köln) war, sodass wir auch ein paar Worte auf Deutsch austauschen konnten. Hernan und ein paar andere Spieler erzählten mir etwas über den Futsal in Argentinien, wie dieser organisiert ist und wie sehr sich die Leute in Südamerika für diese Sportart begeistern. Anschließend haben die Leute gespannt meinen Worten gelauscht, als ich über den Futsal in Deutschland erzählte. Sie sind sehr überrascht gewesen, dass eine so große Fußballnation wie unsere über keine Futsalkultur verfügt. Sie fanden es daher sehr gut, dass es in Deutschland immerhin eine kleine Futsalszene gibt, welche immer weiter wächst!

Danach habe ich mir ein wenig das Training angeschaut. Es wurde an diesem Tag ausschließlich gespielt! Spielen ist schließlich immer noch die beste Methode, um Futsal zu lernen! Die Spieler waren stark abgehärtet, denn sogar auf dem Betonboden wurde gegrätscht und die Torhüter flogen durch die Gegend. Der Ball war auch nicht mehr der neuste, aber trotz der schlechten Qualität haben die Spieler einige Kabinettstücke vorgeführt. Kombinationsspiel und Ballbeherrschung waren sehr stark ausgeprägt. Man merkte, dass sich die Spieler seit ihrer frühen Jugend der Sportart widmen. Disziplin und Rücklaufverhalten waren allerdings nicht so stark ausgeprägt, dafür umso mehr das Improvisieren in Bedrängnis! Der Trainer unterbrach öfters das Spiel, um einige Szenen zu analysieren und den Spielern Anweisungen zu geben.

Nach dem Training hatte ich die Möglichkeit, mit Hernan, Rodrigo sowie Ignacio zu sprechen. Es war ein sehr angenehmes und konstruktives Gespräch. Wir möchten trotz der großen Distanz versuchen, eine Kooperation zwischen unseren Vereinen aufzubauen. Wir haben einige Ideen gehabt und versuchen nun in den nächsten Wochen, diesen Ideen nachzugehen! Mal sehen, was sich daraus ergibt. Wir werden euch jedenfalls auf dem Laufenden halten!

Alles in allem war es ein sehr angenehmer Besuch und ich bedanke mich bei Hernan, Rodrigo sowie Ignacio für den sehr herzlichen Empfang. Ich hoffe, wir sehen uns sehr bald wieder!

 

Ein Bericht von Armin Motakef